Darauf sollten Sie sich einstellen:

Sozialisation

Kauft man einen Hund vom Züchter, so hat dieser hoffentlich für alle möglichen Situationen und Geräusche beim Aufwachsen der Welpen gesorgt, sodass sie gut sozialisiert wurden und mutig und selbstsicher durchs Leben marschieren. 

 

Unsere Hunde haben leider meistens nicht so eine Rundum-Betreuung genossen! Die Hunde kennen meistens nicht viel, Autos vielleicht, aber keine Haushaltsgeräte wie Staubsauger oder Kaffeemaschinen. Ebenso werden sie Menschenmassen nicht kennen, an der Leine laufen oder Fahrräder. Die Eindrücke, die für uns alltäglich und normal sind, machen den Hunden Angst, weil sie sie noch nie gesehen haben. Also wird auch ein adulter Hund zumeist in kleinen "Welpenschritten" an alles gewöhnt werden müssen. 

 

Hier sind Geduld, Einfühlungsvermögen und viele Leckerchen gefragt! Wenn der Hund sich vor irgendetwas fürchtet, bloß nicht auf ihn einreden, damit bestärken Sie ihn in seiner Angst! Lieber gelassen neben den Gegenstand oder die Person seiner Furcht stellen, ihn locken und sobald er sich nähert und schnüffelt belohnen. 

Kastration

Einige unserer Hunde sind kastriert, andere nicht. Entgegen der Meinung einiger anderer Organisationen, die Tiere aus dem Ausland in Deutschland vermitteln und ausschließlich kastriert abgeben, sind wir der Meinung, diese Entscheidung sollte beim zukünftigen Halter liegen. Da wir unsere Adoptanten sehr gewissenhaft aussuchen, haben wir auch keine Angst, dass diese auf die Idee kommen mit ihrem Hund noch weitere zu "produzieren", außerdem gibt es eine entsprechende Klausel in unserem Vertrag!  

 

Pauschal zu kastrieren und dazu noch in sehr jungem Alter ist schädlich und daher definitiv zu vermeiden! Ein wunderbarer Artikel hierzu stammt von einem Tierarzt aus Ulm, Ralph Rückert, ein weiterer über die gesetzliche Lage der Kastration von der Anwältin Susan Beaucamp.

 

Sollte über Kastration nachgedacht werden, bitten wir jeden, sich vorher diesen Artikel durchzulesen oder besser noch das Buch zum Thema Kastration beim Hund von Udo Gansloßer und Sophie Strodtbeck. Es erklärt, wie die Hormone im Körper des Hundes zusammenspielen und was passiert, wenn man die Geschlechtsorgane und damit wichtige Produzenten einiger dieser Hormone aus dem Körper des Tieres herausnimmt. 

Auch der WDR hat nun einen großartigen Beitrag zum Thema Kastrationsaufklärung gebracht, den ich hier auch noch mit verlinken möchte!

 

Allerdings können auch wir nicht unbegrenzt unkastrierte Hündinnen aufnehmen, eine läufige Hündin im Gehege sorgt bei den Rüden im Nachbargehege für unsagbaren Stress und Kämpfe, die wir mit hohen Tierarztrechnungen bezahlen müssten! 

Stubenreinheit

Das sollte logisch sein:

Die meisten Hunde, die von uns vermittelt werden, sind nicht stubenrein. Wie hätten sie das auch lernen sollen, sie leben mehr oder weniger seit ihrer Geburt unter freiem Himmel! Entweder als Welpen schon ausgesetzt oder erst nach einem Leben an der Kette oder im Zwinger. 

Ab und an haben wir mal einen Abgabehund einer griechischen Familie, der tatsächlich mit im Haus gelebt hat. Dann ist dieser Hund womöglich auch stubenrein. 

 

Im allgemeinen lernen die Hunde dies aber schnell und wenn doch mal etwas daneben geht, dann war Mensch entweder nicht schnell oder nicht ausdauernd genug (mit dem Warten draußen)! Befolgt man die einfache Regel: "nach dem fressen, schlafen und spielen --> sofort raus!", dann sollte das Thema schnell durchgestanden sein. 

Krankheiten

Leider muss ich das Thema tatsächlich ansprechen. Mit der Zucht eines Hundes gehen Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere einher, daher kann man heutzutage viele genetisch vererbbare Krankheiten durch selektierte Zucht ausschließen. Das ist bei Straßenhunden, die sich unkontrolliert vermehren natürlich NICHT der Fall! Da unsere Hunde einen größeren Genpool haben als Rassehunde sind sie nicht so anfällig für rassespezifische Erkrankungen, allerdings kann JEDER Hund einmal krank werden.

Wir geben unsere Hunde nach vorheriger Untersuchung und Impfung beim Tierarzt ab, nach bestem Wissen und Gewissen können wir behaupten unsere Hunde sind gesund! 

Sollte es wider erwarten zu Problemen kommen, können Sie sich gerne bei uns melden, wir helfen gerne weiter. Wir bitten allerdings darum, uns nicht zu beschuldigen mit Absicht einen kranken Hund abgegeben zu haben! Das tun wir selbstverständlich nicht! Alles was wir an Krankheitsgeschichte von dem Hund berichten können, werden wir Ihnen auch mitteilen. 

 

Aufgrund des Stresses durch die neuen Eindrücke (die Hunde sind zum ersten Mal an einem Flughafen in einem kleinen Kasten gefangen, im Flugzeug geflogen und in einem völlig fremden Land mit einer völlig fremden Sprache und völlig fremden Gerüchen und teilweise auch unbekannten Bakterien bei fremden Menschen angekommen), KANN es z.B. zu Durchfall, kleineren Infektionen (Erkältung, Blasenentzündung, etc..) durch eine Beeinträchtigung des Immunsystems kommen. Dies legt sich in den meisten Fällen innerhalb einiger Tage und sollte nur beobachtet werden. Halten die Beschwerden länger an, gilt es einen Tierarzt aufzusuchen. (Bei Welpen ist Durchfall ernster zu nehmen und sollte nach 2 Tagen beim Tierarzt behandelt werden, da Welpen schnell austrocknen).

Noch eine Bitte

Bitte, bitte melden Sie sich bei Problemen nicht erst, wenn es eskaliert ist und der Hund sofort weg soll! Dann stehen wir hier auch vor einem Problem, denn wir arbeiten ja alle ehrenamtlich und haben kein Tierheim, wo wir den Hund sofort unterbringen könnten.

Wir helfen Ihnen gerne bei jedweder Art von Problemen weiter, aber melden Sie sich sofort(!) wenn es Ihnen auffällt, dass der Hund unsicher ist, sein Futter oder Spielzeug verteidigt oder sonst eine Art von unerwünschtem Verhalten zeigt. Ignoriert man solche Probleme oder reagiert falsch kann sich so etwas leicht potenzieren und es wird immer schwieriger dem Hund das richtige Verhalten zu vermitteln. 


Trotz allem kann man nur sagen

“Gerettete Hunde aus dem Tierschutz sind nicht kaputt, sie haben nur mehr erlebt als andere Tiere. Wenn sie Menschen wären, würde man sie weise nennen. Sie würden diejenigen sein die Geschichten erzählen und Erlebnisse aufschreiben könnten, diejenigen die auf eine schlechte Behandlung mit Courage reagieren. Sie sollen dir nicht leid tun. Mach etwas. Helfe zu retten. Spende. Sei freiwilliger Helfer. Sei Pflegestelle. Adoptiere. Und sei stolz darauf ihre Großartigkeit an deiner Seite zu haben.” 

(Verfasser Unbekannt)